God, AIDS, Africa & HOPE

Reflections / Gedanken

Ohne Afrika wird Europa keine Zukunft haben

Wirtschaftsflüchtlinge, Asylsuchende, Facharbeiter, Kriegsflüchtlinge: wer heute grade auch Politikern zuhört in Debatten oder auf Social Media kann bei dem Mischmasch den Überblick verlieren. Wer dann noch zwischen die Fronten der populistischen Auseinandersetzung mit der AfD herein gerät, der verliert oft vollends den Realitätsbezug und hat keine Chance, die Feinheiten, die das Thema Asyl und Zuzug benötigen, wirklich zu verstehen. Und das wird im Zuge der deutschen Bundestagswahl 2025 und des Wahlkampfes beim Fischen am rechten Rand eher noch zunehmen.

Opfer ist dabei auch die Sicht vieler Menschen auf Afrika und die Rolle, die dieser große Kontinent in wenigen Jahrzehnten spielen wird und spielen muss, will Europa eine Zukunft haben. Flüchtlingsfragen sowie Armut – und Hungerszenarien überdecken so manche Fakten wie zum Beispiel:

Afrika wird in 25 Jahren mehr als die Hälfte der jungen arbeitenden Bevölkerung dieser Welt stellen. Konsum und Wertschöpfung werden auf diesem Kontinent stattfinden.
Afrika besitzt große Anteile der Bodenschätze, die gerade bei der Weiterentwicklung von Technologie erforderlich ist.
Afrika überspringt gerade im Bereich Kommunikationstechnologie und erneuerbare Energie so manche Stationen, in denen Europa immer noch verfangen ist.

Aber Afrika wird diese Rolle nur spielen können, wenn es vorbereitet ist. Dazu gehört ein Informations- und Qualifikationsaustausch auf Augenhöhe. Ebenso auch die Einsicht der Europäer, dass vieles in Umwelt und Status so nicht weitergehen kann, mit den entsprechenden praktischen Konsequenzen. Auch das wirkliche Ende kolonialen Denkens und eine entsprechende Entwicklungspolitik.

Dazu gehört auch ein Ende der unsagbaren Flüchtlingspolitik europäischer Länder, die, anstatt wirklich und auf Augenhöhe Ursachen zu bekämpfen immer wieder in die alten Muster verfällt: Mauern aufbauen, sich gegenseitig Flüchtlinge zuschieben und oft die geschichtlichen Ursachen sowie die zukünftigen Realitäten zu ignorieren. Gerade hier wird das Fehlen von Fantasie und Weitblick in der Politik sehr deutlich und die Grenzen eines europäischen Geistes gemeinsamen politischen Handelns.

Natürlich muss Afrika, müssen viele der 54 Staaten auch ihre Hausaufgaben machen. Dazu gehört sicherlich die Frage von Kooperation, aber auch eine Ehrlichkeit im Betrachten der eigenen Geschichte sowie der Beziehungen afrikanischer Länder untereinander. Korruption bleibt ein wichtiges Thema, ebenso wie Demokratie in afrikanischer Kultur gelebt werden kann.

Letztendlich gehört dazu, vor allen Dingen den jungen Menschen Afrikas eine Schulbildung und eine Ausbildung zu geben, die auf diese Zukunft ausgerichtet ist. Wirklich danach schauen, was Berufe der Zukunft sein werden. Realisieren, wie der Klimawandel die Bedingungen für menschliches Leben und Arbeiten gerade auch auf diesem Kontinent verändern wird.

Die Herausforderungen sind komplex – und nur miteinander wird es eine Zukunft für die Menschen beider Kontinente geben. Wenn sich die “America first” Politik in der Version des zukünftigen Präsidenten Trumps verwirklicht, dann ist es höchste Zeit, dass Europa aufwacht und auf den Nachbarn Afrika schaut.

Und hier kommen dann auch die vielen Nicht-Regierungsorganisationen ins Spiel. Sie können für Politik und Wirtschaft eine Brücke der Kommunikation, des Lernens und des Engagements auf Augenhöhe werden. Damit eine gute Zukunft Wirklichkeit wird, müssen vor allem Wirtschaft und NGOs ihren normalen Tanz um ein wenig Charity und Spenden aufgeben und gemeinsame Synergien entwickeln, Leben, Gesundheit und eine gute Ausbildung auf beiden Kontinenten zu ermöglichen.

Das Thema ist komplex und sicherlich auf manchmal nur schwierig vermittelbar für Menschen, die das Vertrauen in die Politik verloren haben. Auch hier kann die Ebene von NGOs oft bei der Glaubwürdigkeit von Argumenten assistieren.

HIV, Development and HOPE – thoughts of a Catholic priest

Unknown's avatarBeing a Roman - Catholic priest and working in the fields of HIV and social development in Africa has its challenges. You will find stories and reflections about my work, about the church, South Africa and Africa, about politics and whatever triggers my interest. You are most welcome to leave a comment or to get in touch with me. Blogging means to initiate thoughts and discussions and for the writer to formulate what is loosely running around in the heart and mind in need of being sorted and spoken out.

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