God, AIDS, Africa & HOPE

pensée of a Catholic priest

37.09.2009 The priest of today – Article

Somebody send me an article about the role of the priest of today – unfortunately in German language. Nevertheless, who ever is German speaking should not miss out this great article from “Christ in der Gegenwart”. Otherwise use a translation programme to get it translated into your language:


Der Priester von heute  copyright: Christ in der Gegenwart 2009
Von Johannes Röser
Zum „Priesterjahr” der katholischen Kirche hat Papst Benedikt XVI. ein Schreiben an die Geistlichen verfasst. Es nimmt ausführlich Bezug auf Johannes Maria Vianney, den Pfarrer von Ars. Der Papst sagt über ihn: „Er sprach vom Priestertum, als könne er die Größe der dem Geschöpf Mensch anvertrauten Gabe und Aufgabe einfach nicht fassen.” Und dann zitiert Benedikt XVI. ihn ausführlich:

„Oh, wie groß ist der Priester! … Wenn er sich selbst verstünde, würde er sterben … Gott gehorcht ihm: Er spricht zwei Sätze aus, und auf sein Wort hin steigt der Herr vom Himmel herab und schließt sich in eine kleine Hostie ein … Ohne das Sakrament der Weihe hätten wir den Herrn nicht. Wer hat ihn da in den Tabernakel gesetzt? Der Priester. Wer hat Eure Seele beim ersten Eintritt in das Leben aufgenommen? Der Priester. Wer nährt sie, um ihr die Kraft zu geben, ihre Pilgerschaft zu vollenden? Der Priester. Wer wird sie darauf vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er sie zum letzten Mal im Blut Jesu Christi wäscht? Der Priester, immer der Priester. Und wenn diese Seele (durch die Sünde) stirbt, wer wird sie auferwecken, wer wird ihr die Ruhe und den Frieden geben? Wieder der Priester … Nach Gott ist der Priester alles! … Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen.”

Der Papst räumt zwar ein: „Diese Aussagen, die aus dem priesterlichen Herzen eines heiligen Priesters hervorgegangen sind, mögen übertrieben erscheinen.” Doch sieht er darin „die außerordentliche Achtung”, die Vianney „dem Sakrament des Priestertums entgegenbrachte”, offenbart. Allerdings wirken jene Passagen auf viele Gläubige befremdlich. Nicht wenige Priester äußerten sich irritiert, ja entsetzt, welch streckenweise schamanistisch-magisch anmutendes Verständnis des Priestertums noch im dritten Jahrtausend als Vorbild hingestellt wird.

Dabei steht außer Frage: Der Priestermangel bedrängt das Christentum katholischer Prägung heftig, nicht nur in West­europa und Nordamerika. In dem Maße, in dem sich die Gläubigen selbst am Tag des Herrn immer seltener eucharistisch um den Tisch des Herrn versammeln, verstärkt sich der Verdacht, dass die Kirchenführung diese Verelendung ihres Kernlebens hinnimmt, weil sie Reformen scheut. So verabschieden sich viele Katholiken schleichend von ihrem mit den Orthodoxen geteilten sakramentalen Verständnis. Priesterlose Gottesdienste verstärken Tendenzen in Richtung einer katholischen Freikirche, bei allem Respekt für andere Wege des Kircheseins und der Christus-Nachfolge.

Einst ein sozialer Aufstieg

Wenn mehrere Bistümer die Gläubigen nun zu einem dreißigtägigen „Gebetsmarathon” für geistliche Berufe aufrufen, wirkt das wie ein Offenbarungseid. Insgeheim wird damit den Laien unterstellt, an der Misere selbst schuld zu sein. Vielleicht weil man Gott doch nicht intensiv genug angefleht hat? Welches Verständnis von Gebet steckt eigentlich dahinter? Das alles lässt eher an das vergebliche Mühen der Baalspriester auf dem Karmel und den Spott des von Gott gesandten Propheten Elija denken sowie an das Wort Jesu: „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.” Wissen das aber ebenso hinreichend die irdischen Väter oberster kirchlicher Leitung? Wie ernst nehmen sie das? Tatsächlich stellt sich vielen Gläubigen dabei doch eine ganz andere Frage: Wie weit reichen Einsicht und Mut der weltkirchlichen Führung, zum Heil der Seelen Verantwortung zu übernehmen für die schlimmen selbstgemachten oder aus Bequemlichkeit, Nachlässigkeit oder Angst vor Veränderungen schlichtweg akzeptierten Versäumnisse in der Nachfolge der Apostel?

Dem Kirchenvolk ist infolge zunehmender Präsenz ostkirchlicher Geistlicher im Westen ja längst bewusst, dass es Alternativen gibt, etwa bei der Zölibatsfrage. Schließlich sind nicht nur bei den Orthodoxen, sondern in allen mit Rom verbundenen Ostkirchen die meisten Gemeindepriester verheiratet, ohne dass dies in irgendeiner Weise deren geistlicher Berufung und sakramentalen Vollmacht abträglich wäre. Im Gegenteil: Es ist eine große Beleidigung dieser Männer Gottes in unserer gemeinsamen katholischen Kirche, ständig so zu tun, als sei der lateinische Sonderweg der bessere.

Das Ganze wird aber auch in der lateinischen Teilkirche immer absurder. Niemand versteht mehr, wenn katholische Priester (west-)römischer Tradition allein deshalb, weil sie heiraten, in die evangelische oder altkatholische Kirche abwandern müssen, wenn sie ihren geistlichen Dienst weiter ausüben wollen, während umgekehrt evangelische und anglikanische Geistliche nach einem Übertritt in die römisch-katholische Kirche hier verheiratet priesterlich weiterwirken. Man muss es klar und deutlich sagen: Der lateinische Teil der katholischen Kirche ist in eine Glaubwürdigkeitsfalle getappt, aus der er ohne grundlegende Reformen nicht mehr herauskommt.

Dabei kommt verstärkend hinzu, dass man aus vielen seriösen Umfragen und Forschungsarbeiten weiß, dass es nicht nur unbedeutende Einzelfälle unter den Priestern sind, die trotz der Verpflichtung zur sexuellen Enthaltsamkeit geschlechtliche Beziehungen unterhalten. Die jeweiligen Pfarrgemeinden schweigen meistens darüber, obwohl die Doppelmoral ein Ärgernis ist. Umgekehrt ist festzuhalten: In Zeiten, in denen die heilige Ehe einem großen Teil der Bevölkerung inzwischen nichts mehr wert ist, wäre es ein bedeutendes kirchliches Signal für dieses größte natürliche Sakrament der Liebe Gottes zu den Menschen, wenn die Männer Gottes auch die eheliche Heiligkeit mit ihrer Frau vorleben würden.

Natürlich lösen solche Änderungen nicht die Glaubensprobleme. Manche neuen Schwierigkeiten kämen hinzu. Die Gotteskrise und die damit verbundene Krise des Sakramentalen haben viele weitere Gründe, wie der Blick allein schon auf die evangelischen Kirchen zeigt, die vieles haben, was Katholiken vermissen, aber in der Glaubenspraxis eher schlechter dran sind. Dennoch sollte man die Priesterfrage bei der Glaubensfrage nicht unterschätzen. Das Priestertum ist und bleibt ein Katalysator für Glaubensentwicklung und Glaubensreform.

Hat der „Kultpriester” überhaupt noch Zukunft? Im Zeitalter einer tiefen Entmythologisierung ist es dringlich, sich dem offen zu stellen. In einer aktuellen soziologischen Studie, einer Doktorarbeit an der Technischen Universität Chemnitz – „Katholische Priester in der individualisierten Gesellschaft” (UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz 2009) – weist Karsten Lenz darauf hin, dass man seit einem halben Jahrhundert einen gravierenden Bedeutungsverlust des Priestertums beobachten kann. Dieser geht einher mit einem Bedeutungsverlust der Religion überhaupt. Andere und anderes erklären die Welt besser. Für Sozialarbeit gibt es Fürsorge-Spezialisten, für die Seelenarbeit Psychothera­peuten, für Familien und Eheleute Beratungsexperten.?Aus dem Universalberuf Priester ist ein Sonderfall-Beruf geworden. Er wird angefordert für gelegentliche Dienstleistung etwa im Kontext der Fami­lien­folklore, zur Stärkung des Familien­zusammenhalts bei Lebensübergängen: Taufe, Erstkommunion, Firmung, Eheschließung?… Da und dort soll der Priester Trauerarbeit unterstützen, bei Katastrophen Notfallseelsorge leisten. Am Ende bleibt nicht viel mehr übrig als ein wenig Sakramentenspendung und Feier der Eucharistie, für die sich wiederum immer weniger Getaufte interessieren. Der Priester – ein Exot in Exotenwelten? Deshalb für die Massenmedien von Fall zu Fall besonders unterhaltsam und beliebt, bestens tauglich fürs Kuriose, wie Fernsehserien belegen?

Die permanente Rückwärtsbewegung und Reduzierung des priesterlichen Tätigkeitsfelds bei gleichzeitig sich aufblähendem Terminkalender-Sitzungs-Aktions-Katholizismus hat natürlich Einfluss auf die berufliche Motivation. Außerdem ist das einst hohe öffentliche Ansehen der Priester nicht nur wegen einzelner moralischer Skandale gesunken. Der Priester ist schon lange nicht mehr Hochwürden. Er ist auch nicht mehr der Stellvertreter Gottes mit Macht, vor dem man Respekt hat, weil er regelnd und überwachend, notfalls mit der Hölle drohend, in viele Lebensbereiche eingreifen kann. Während ehemals der Priesterberuf Kindern aus Großfamilien, bäuerlichen und handwerklichen Schichten oder dem Arbeitermilieu sozialen Aufstieg ermöglichte, hat die Bildungsexplosion der letzten Jahrhunderthälfte viele berufliche Chancen eröffnet. Lenz stellt fest: „In einer modernen, nicht mehr ständisch geordneten Gesellschaft ist man nicht mehr darauf angewiesen, Priester zu werden, um Begabungen zu verwirklichen.”

Beichtvater wird Seelentröster

Dazu kommt, dass der Gemeindepriester selbst bei seiner Kernkompetenz – Theologie und Religion – kein Monopol und keine Sonder-Autorität mehr beanspruchen kann. Häufig hat er nicht einmal einen Bildungsvorsprung vor interessierten Laien, spätestens seit das Theologiestudium für alle geöffnet ist. Zudem können die meisten Seelsorgsaufgaben, abgesehen vom Vorstehen bei der Eucharistie sowie der Befähigung zu einzelnen Sakramentenspendungen, von Laien übernommen werden.

Warum also wird man heute Priester? Der Soziologe stellt fest, dass ein Motiv in den Vordergrund tritt: Durchs Priestertum möchte der Einzelne für sich selbst Sinn erfahren und anderen bei der Sinnfrage beistehen. Die „Sehnsucht nach Sinn” sei heute der alles bestimmende Grund bei der Berufswahl. Das aber heißt: Priester wird man nicht mehr zuerst, um der Kirche zu dienen, um in ihr ein offizielles Amt auszuüben und so – „verbeamtet” – die Sakramente zu verwalten. Das Amtliche tritt ganz zurück hinter dem Wunsch, individuell den einzelnen Menschen nahe zu sein. Entsprechend sehen sich die Priester heute eher als Lebensberater und Lebensbegleiter. Ihre Berufswahl hat sich individualisiert.

Besonders deutlich wird das beim Wandel des Bußsakraments. Es geht dabei immer weniger um Sündenvergebung – Lossprechung – oder Buße. Der Gedanke der Versöhnung tritt in die Mitte: Versöhnung jedoch nicht einmal mehr in erster Linie mit Gott, sondern des schuldig gewordenen Menschen mit sich, mit seinen Schwächen, seinem „Schatten”. Lenz: „Der Beichtende soll im Sinne der katholischen Kirche seine biografischen Probleme mit Hilfe der Kirche lösen und sie in seine jeweils eigene Biografie integrieren und somit auch verarbeiten?… Was Priester bei der Beichte erreichen wollen, ist keine Verurteilung des Beichtenden, sondern dass der Einzelne zu sich selbst steht, und zwar so, wie er ist, und dass er aus den Handlungen, die in ihm Schuldgefühle evozieren, seine Konsequenzen zieht, indem er sie eher in einen gesamtgesellschaftlichen als spezifisch katholischen Verhaltenscodex einbettet.” Der Priester wurde vom Beichtvater zum Seelentröster.

Entsprechend haben wir es im priesterlichen Selbstverständnis mit einer besonderen Art von „Entkirchlichung” zu tun. Der Priester versteht sich in der Verkündigung weniger als Lehrer oder als amtlich-institutionelles Sprachrohr einer alleinseligmachenden Wahrheit, die er weiterzutragen habe, ob gelegen oder ungelegen. Er ist zuerst Mit-Lernender und Zuhörer der ihm Anvertrauten. Das wirkt auf den ersten Blick sehr sympathisch, wirft aber Probleme auf. Wird der einstmals auf aktive Menschenführung ausgerichtete Beruf des Priesters, der umsichtig mitfühlend und entschieden leitend den Weg zu Gott weisen und dabei vorangehen soll, umgemünzt zu einer eher passiv „mitgehenden” oder gar hinterhergehenden Tätigkeit? Manchmal scheinen die „Hirten” in religiösen Dingen genauso unsicher und ratlos zu sein wie ihre „Schafe”. Man kann es bei Trauergottesdiensten nach Katastrophen wie Amokläufen, Attentaten, Unfällen, Erdbeben oder Tsunamis immer wieder beobachten. Die Geistlichen haben auf die große Warum-Frage nicht viel mehr zu sagen, als zu bestätigen, dass sie selber das auch nicht wirklich wissen. Lenz beobachtet: „Alle Befragten machten deutlich: Sie wollen explizit nicht auf den Verkündigungsgedanken verzichten; aber sie verstehen sich nicht als ‚Amtspersonen’, die verbindliche Wahrheiten verkünden. Vielmehr definieren sie sich, soweit sie dies explizit thematisieren, als eine Art ‚religiöser Berater’ oder ‚Begleiter'”.

Dabei zeigt sich beim Priesterberuf eine eigenartige Umkehr der Professionalisierung in weltlichen Berufen. Während man dort Spezialwissen und Führungskompetenz erwerben soll, ein Expertentum, das einen vom Laien abhebt, für die man Dienstleister ist, findet beim Priestertum eine Nivellierung statt, eine Angleichung an das, was jeder bei einigermaßen religiöser Bildung selbst wissen, ahnen, tun kann.

Das gibt zu denken, da Priester als Menschendiener ja Gottesdiener sein sollen, um mit Vollmacht und Feingefühl die Leute zu Gott zu bringen, auf Gott aufmerksam zu machen, Gott neu zu entdecken. Priester sollen die Menschen auf das Reich Gottes vorbereiten. In gewisser Weise sind sie so etwas wie Hebammen der Gottesgeburt im Menschen und beim Menschen. Sie nehmen dem Einzelnen das religiöse Gebären nicht ab, leiten ihn aber aufgrund besseren Wissens und tiefer Erfahrung an und greifen manchmal erleichternd ein, mitten im schmerzhaften Prozess. Priester sollen in diesem Sinne Hebammen des Religiösen sein, mit Führungssinn und Führungsverantwortung, aber ohne Besserwisserei, ohne den heute nur noch peinlichen sa­kral-magischen Dünkel eines besonderen „Auserwählt­seins” und „Geweihtseins”, als ob die vielen weltlichen Berufungen des Menschen keine göttliche Dignität hätten.

Karl Rahners Vision 1961

Eine Neubesinnung darauf, dass der Priester in erster Linie Mann Gottes (vielleicht irgendwann auch bei Katholiken und Orthodoxen Frau Gottes) ist, könnte das Sa­kra­men­tale aus seinen historischen magisch-mythologischen Engführungen befreien und das Priestertum öffnen: zu einer neuen Art der sakramentalen Darstellung des göttlichen Mysteriums, für eine Mystagogie, die im sakralen Geschehen die Materie unseres Daseins transparent werden lässt auf das göttliche Geistige hin. Für den eucharistischen Prozess heißt das: Er soll eine neue sakramentale Erfahrung und Erkenntnis inspirieren, dass die heilige Seelenspeise und der heilige Himmelstrank uns bewegen auf eine heilige Kommunikation hin, eine heilige mystische Kommunion – Vereinigung – von Gott und Mensch. Das Sa­kramentale kann so wieder zum Vorgeschmack einer großen priesterlichen Verheißung werden, über den Tod hinaus.

Wir brauchen also einen neuen und anderen Mut zum Priestertum, Mut vor allem zu seiner Reinigung und Reform. Beachtenswert ist, was Karl Rahner dazu bereits vor einem halben Jahrhundert, noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, weit vorausschauend sagte. Der Vortrag, den er 1961 bei Exerzitien hielt, ist in einem kleinen Bändchen unter dem Titel „Der Priester von heute” neu veröffentlicht (bei Herder, 2009). Unter anderem heißt es:

„Der Priester von heute ist in einem besonderen Maß der Individualapostel im Massenzeitalter … Auch wenn wir … alle Positionen zu behaupten versuchen, die wir historisch ererbt haben, wenn wir die amtliche christliche Fassade einer Kultur und Zivilisation verteidigen, die weniger erfüllt, als sie verheißt, dann bleibt dennoch wahr: Wir müssen um jeden einzelnen Menschen kämpfen, müssen ihn innerhalb dieser Situation zu einem Christen zu machen versuchen, zu einem Menschen, der trotz dieses liberalen, atheistischen, skeptischen Milieus frohgemut glaubt … Der Priester wird immer der Hirte einer Herde sein und immer Vorsteher einer Gemeinde … Infolgedessen ist er der Apostel eines individuellen Schicksals – und wer den Mut hat, das zu sein, ist Priester …

In diesem Massenzeitalter … muss dann der Priester viel mehr als früher der Mystagoge einer personalen Frömmigkeit sein. Das eigentlich Spirituelle, im Gegensatz zur bloßen Verwaltung des bloß Sakramentalen und institutionell Gesellschaftlichen, gewinnt heute sicherlich im priesterlichen Leben an Bedeutung. Er kann nicht einfach die Herde weiden und die Einzelnen mitlaufen lassen. Das gibt es in einem immer geringeren Maß. Im Beichtstuhl, in der persönlichen Aussprache, in der Belehrung muss der Priester heute mehr denn je auf eine persönliche Frömmigkeit des Einzelnen als solches hinarbeiten … Dabei ist der Priester der Mittler, der in eine ganz persönliche Frömmigkeit Einweihende. Von da aus ergibt sich selbstverständlich, dass wir heute weniger als je zuvor Religionsbeamter, kirchlicher Funktionär eines kirchlichen Betriebes sein können …

Dieser unser Gott ist der Unbegreifliche, das Geheimnis, und nicht dasjenige, hinter das wir gekommen sind … Wir können im Letzten dem Menschen nur sagen: Knie mit mir zusammen nieder und bete den unbegreiflichen Gott an und glaube, dass er die ewige Liebe ist. Als solcher hat er sich uns in der Finsternis dieser Welt in Jesus Christus, dem Gekreuzigten, bezeugt …

Wir richten die Wahrheit Gottes aus und nicht die eigene gescheite Erfindung, aber bis die Wahrheit Gottes nun die vom Menschen ergriffene und zur Wirklichkeit seines Daseins gemachte ist, muss sie eine Synthese mit all der Problematik und all den ungelösten Fragen des Menschen im Allgemeinen und des Menschen von heute im Besonderen eingehen – und da gibt es dann tausend konkrete Dinge, die dem Priester niemand genau sagen kann, bei denen alle noch so klaren naturrechtlichen und anderen Prinzipien irgendwo ins Dunkle gehen …

Der Priester muss derjenige sein, der angstlos nach der neuen Sprache sucht. Das Christentum ist immer dasselbe und das Älteste, das Selbstverständlichste und kann zugleich das unerhört Neue sein. Dennoch können wir nicht leugnen, dass die Sprache, in der wir das Christentum verkünden, … oft sehr altmodisch ist. Darüber zu jammern, hat ebenso wenig Sinn, wie modische Einfälle zu haben, billige Mätzchen zu versuchen. Stattdessen sollten wir in uns selbst zurückfragen, sollten uns unseren eigenen Schwierigkeiten in all den Dingen des Glaubens unbefangen, angstlos, arglos stellen … Geben wir uns doch Mühe, nicht einfach deswegen die alten Klischees weiterzugeben, weil sie durchaus richtig sind, weil sie vielleicht sogar in der Heiligen Schrift stehen, weil sie sogar in der amtlichen Verkündigung der Kirche so bis auf den heutigen Tag, bis in die Enzykliken und die Hirtenbriefe der Bischöfe hinein, gesagt werden. Geben wir uns damit nicht einfach zufrieden, sondern suchen wir, das Evangelium Jesu Christi so zu sprechen, dass es wirklich einigermaßen in unser eigenes Herz eindringt. Dann werden vielleicht auch manche andere es hören … Der heutige Priester muss ein Mensch des Wesentlichen im Religiösen sein.”

Der Priester von heute – das wäre Stoff nicht nur zur bereichernden Diskussion in Pfarrgemeinden und Priesterseminaren. Es wäre Stoff für ein ganzes ökumenisches Konzil.

CIG 39/2009

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HIV, AIDS and HOPE – thoughts of a Catholic priest

Being a Roman - Catholic priest and working in the fields of HIV and AIDS in Africa is often a challenge. Living in Africa has also its challenges. On the other hand I feel very much blessed having all the three. So you will find stories and reflections about my work, about the church, South Africa and Africa and essential information and developments in the field of HIV and AIDS. And in between personal stories and thoughts. You are most welcome to leave a comment or to get in touch with me - blogs - "thinking loud" so to speak is a ways of communication and exchange of ideas.

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